2020-03-21 – Freigericht-Horbach

(N 50°08'17.5“ / E 09°09'52.9“)

Immer mehr Campingplätze werden geschlossen, immer mehr Stellplätze werden abgesperrt und sogar V+E-Stellen sind nicht mehr erreichbar. Restaurants sind inzwischen alle geschlossen.

 

Umso glücklicher waren wir, als wir nach einem Einkauf in Somborn hier ankamen und alles noch in Betrieb ist. Es gab auch keine Beschildung über eine mögliche Höchstparkdauer.

 

Hier läßt sich die Krise aussitzen, es gibt gratis Wasser und Strom, wer es braucht. Und regelmäßig kommt die Müllabfuhr, mit denen wir uns schon sehr nett unterhalten haben.

 

Gefahren: 80 km

 

Sonntag, den 22. März:

Erstmal faulenzen und nachdenken, was wir mit der Zeit so anfangen wollen. Langeweile sollten wir alle nicht kennen, ich schonmal gar nicht. In den Nächten war es noch bzw. wieder etwas kälter geworden.

Montag, den 23. März:

Jetzt ist erstmal der wichtigste Punkt, seinen Körper fit zu halten und die Wiederstandskräfte zu stärken, d.h. viel an frischer Luft spazieren zu gehen. Um mich da selbst etwas unter Druck zu setzen, habe ich mir eine App „Pedometer“ runtergeladen, damit ich auch einen Anreiz habe zu sehen, wieviel Schritte ich täglich gehen kann. Mit kleinen Entfernungen fing es an, um es zu kontrollieren. Das bedeutet auch, das Handy bei jedem Schritt mitzunehmen.

 

Heute entschloss sich Dieter, nach Hamburg zu fahren, um sich um seine Arzttermine zu kümmern.

Dienstag, den 24. März:

Heute war nochmal faulenzen angesagt. Trotzdem machten wir unsere täglichen Spaziergänge. Das Handy ist immer dabei und man glaubt es kaum, auf welche Ideen man kommt, was man unterwegs alles fotografieren kann.

Mittwoch, den 25. März:

Die Umgebung bot sich an, kleine und große Wanderungen zu machen. Heute ist ein weiterer Stern zu uns gekommen. Sie lebt auch in ihrem Wohnmobil und kam aus Spanien zurück.

Donnerstag, den 26. März:

Zwischendurch auch mal durch den Ort laufen, um zu sehen, was es für Geschäfte gibt. Leider gibt es nur einen Bäcker im Ort, der geöffnet hat und zwei Restaurants, die geschlossen sind.

Freitag, den 27. März:

In den letzten Tagen haben wir mehrmals ein Hinweisschild zu einem Krötenteich gesehen. Diesen Weg wollten wir heute mal nachgehen und kamen auf dem Weg dorthin am Wanzek-Teich vorbei.

Samstag, den 28. März:

Nach der Wanderung vom gestrigen Tag wollte ich mich heute etwas schonen. Auf dem Pedometer hatte ich mir ein Tageslimit von 6.000 Schritten eingestellt, das ich gestern bereits zum dritten Male erreicht habe.

Sonntag, den 29. März:

Heute gehen zuviele Familien spazieren, wir bleiben am Wohnmobil. Mein Tageslimit habe ich auf 7.000 erhöht.

Montag, den 30. März:

Wir stehen jetzt schon 10 Tage hier und haben täglich unsere Spaziergänge oder auch längere Wanderungen gemacht. Heute allerdings ist Aussortieren und Umräumen im Wohnmobil angesagt. Morgen werden wieder Schritte gezählt.

Dienstag, den 31. März:

Heute habe ich das neue Tageslimit erreicht.

Mittwoch, den 1. April:

In der Natur tut sich einiges, es wird wärmer und die Knospen trauen sich langsam hervor.

Donnerstag, den 2. April:

Ich habe immer neue Ideen, mit den Fotos zu spielen oder was neues auszuprobieren.

Freitag, den 3. April:

Heute das erste Mal über 8.000 Schritte geschafft. Bei unserer Wanderung einen Platz entdeckt an einer Grundschule, die ja geschlossen ist, falls wir unseren wechseln müssen. Man weiß ja nie!

Samstag, den 4. April:

Die Temperaturen steigen weiter an. Auch nachts wird es wärmer.

Sonntag, den 5. April:

An den Wochenenden bleiben wir lieber beim Wohnmobil, da sind zuviele Familien und Radfahrer unterwegs.

Montag, den 6. April:

Die „Ordnungspolizei“ kam täglich bei uns vorbei, drehte kurz rum und fuhr wieder weg. Heute stieg sie zum ersten Mal aus ihrem Fahrzeug aus und unterhielt sich mit uns. Bei uns kamen die ersten Momente auf, dass wir jetzt wohl nicht mehr lange stehen bleiben können. Es hatten sich Anwohner gemeldet.

Dienstag, den 7. April:

Heute haben wir erneut mit dem Ordnungsamt in sehr harmonischer Weise diskutiert und der Sachbearbeiter meinte, er würde mit seinem Chef sprechen.

Mittwoch, den 8. April:

Heute kam der Chef persönlich vorbei und meinte, der Platz müßte jetzt gesperrt werden, wir sollten morgen den Platz räumen. Ich fuhr heute schon zum Gas nachtanken und einkaufen, denn vor Ostern wird es sicher wieder belebter bei den Supermärkten.

Donnerstag, den 9. April:

Nachdemwir jetzt 20 Tage auf dem offiziellen SP stehen konnten, erinnerten wir uns an den Platz an der Grundschule. Ich habe noch ein paar fehlende Lebensmittel in dem nur 3 km entfernten Netto gekauft. Anschließend trafen wir uns auf dem nur 1,5 km vom SP entfernten Parkplatz an der geschlossenen Grundschule auf dem Berg in der Hoffnung, hier die Ostertage verbringen zu können.

Freitag, den 10. April:

Heute ist Karfreitag und nach alter Tradition läuten die Glocken bis zum Ostersonntag nicht. Stattdessen wird mit dem „Klappern“ das Geläut ersetzt. Weil die Menschen nicht in einer Prozession laufen dürfen, bleiben sie vor den Häusern stehen und klappern.

Samstag, den 11. April:

Wir stehen oben auf dem Berg und hier wird weit weniger gewandert als unten vom Stellplatz aus. Es sind nur wenige Menschen unterwegs. Unterwegs haben wir Bauern gesehen, die ihre Kartoffelsetzlinge in die Erde bringen und ich habe das erste Mal über 11.000 Schritte geschafft.

Sonntag, den 12. April:

Ohne es zu wollen, haben wir heute einen Kreuzweg bis zur Fatima-Kapelle entdeckt. Die Rapsfelder werden auch von Tag zu Tag gelber.

2020-04-15 – Gelnhausen

(N 50°12'09.1“ / E 09°14'23.3“)

Nach 6 Tagen an der Grundschule sind wir weiter gezogen, zunächst zum Hallenbad in Gelnhausen.

 

Für 8 € ohne Mülleimer an der Hauptstrasse war uns der Platz nicht gut genug, deshalb zogen wir weiter bis zum Freibad.

 

Der Platz wäre super gewesen. Leider wird dort der Bodenbelag erneuert und anschließend gesperrt, damit keiner mehr darüber fahren soll. Also fuhren wir noch ein Stück weiter und kamen zum Friedhof. Wieder haben wir ein schönes Plätzchen in der Natur gefunden mit Wandermöglichkeiten.

 

Gefahren: 15 km

 

2020-04-17 – Seligenstadt

(N 50°02'09.9“ / E 08°59'01.9“)

Christine brauchte unbedingt mal einen Waschsalon, um Wäsche zu waschen. Wir fanden Nextwash in Hanau, Kanaltorplatz 6. Hier muss man in den Nebenstraßen nach einer Parkmöglichkeit suchen.

 

Ab und zu findet man Restaurants oder Bistros, die außer Haus verkaufen, d.h. Essen zum mitnehmen. So war um die Ecke ein Döner-Laden. Nachdem wir unsere Wäsche fertig hatten, nahmen wir uns eine große Portion Döner mit Fritten mit und suchten mal eben einen Parkplatz, wo wir eine kurze Essenspause einlegen konnten. Das war nicht ganz so einfach, hat aber dann doch geklappt.

 

Jetzt mußten wir noch irgendwoher Wasser kriegen, also haben wir den nächsten Autohof angesteuert und fanden ihn in Kleinostheim (Calpam Autohof

N 49°59'38.7“ /

E 09°03'54.9“).

 

Unser ausgesuchtes Ziel war am Schwimmbad in Seligenstadt. Dort gab es vier offizielle Stellplätze. Direkt daneben gibt es eine Kindertagesstätte, die ebenfalls geschlossen ist.

 

Am nächsten Tag haben wir uns mit der Umgebung beschäftigt und wieder schöne Wege entdeckt. Nur 300 m entfernt gibt es Lidl und Aldi und weitere 500 m ein schönes Wasserschloss, das zum Ortsteil Klein-Welzheim gehört. Rund um das Schlösschen gibt es Seen, wo auch ein Nutria (Biberratte) lebt.

 

Bis zur Altstadt sind es nur 1,5 km. Man läuft am Main entlang und kommt an der ehemaligen Benediktinerabteil vorbei, die wir am Sonntag mit ihren wundervollen Kräuterbeeten und einem sehr gepflegten Blumenmeer besucht haben.

 

Bis zur Altstadt sind es nur 1,5 km. Man läuft am Main entlang und kommt an der ehe-maligen Benediktiner-abteil vorbei, die wir am Sonntag mit ihren wundervollen Kräuter-beeten und einem sehr gepflegten Blumenmeer besucht haben.

 

Das ehemalige Kloster Seligenstadt wird mit einer 700 m langen Klostermauer umschlossen und zählt zu den wenigen nahezu komplett erhaltenen Klosteranlagen in Hessen. Um 830 wurde das Kloster von dem Künstler und Gelehrten Einhard gegründet, weshalb auch die Stadt seit Februar d.J. den Beinamen „Einhardstadt“ hat.

 

So kam ich denn heute damit auf über 11.000 Schritte.

 

Gefahren: 102 km