ÜBERWINTERUNG IN GRIECHENLAND
2025-11-21 – Rosenheim
(47.860042, 12.125403)
Der Auftakt für meine Überwinterung in Griechenland war wieder ein Besuch bei meinem Sohn, um seinen Geburtstag am 21.11. in Rosenheim zu feiern.
Und weil zu dieser Zeit in Rosenheim (übrigens die Stadt der Krimiserie „Rosenheim-Cops“) die Ausstellung „TITANIC“ im Lokschuppen stattfand, bin ich einen Tag länger geblieben, um am Samstag hinzugehen.
Es war eine sehr interessante Ausstellung in Verbindung mit der damaligen Geschichte.
Der Lokschuppen gehörte zur ersten Rosenheimer Bahnhofsanlage, das gegenüberliegende Rathaus war einst ein Bahnhofsgebäude.
Die Titanic repräsentiert das Lebensgefühl einer Ära voller Abenteuer und Freiheit. Luxus, Kunst, Literatur und Musik prägen diese Zeit. Als größtes Schiff ihrer Zeit verspricht sie eine sichere und luxuriöse Reise, bis ein Eisberg im April 1912 alles verändert.
Der Untergang wird zum Medienspektakel, begleitet von Augenzeugenberichten und Mythen. Die Entdeckung des Wracks vor 40 Jahren enthüllt einige Geheimnisse.
Am 1. September 2025 jährt sich die Wiederentdeckung des Wracks zum 40. Mal – ein Anlass, die faszinierende Geschichte des legendären Schiffes neu zu erzählen. 73 Jahre lag sie in den eisigen Tiefen des Nordatlantiks verborgen, bevor sie erneut „ans Licht geholt“ wurde.
Die Titanic steht für mehr als eine tragische Schiffsreise. Sie verkörpert den unerschütterlichen Glauben an den Fortschritt, aber auch die Zerbrechlichkeit menschlicher Pläne. Ihre Geschichte ist ein zeitloses Symbol für Innovation, Ambition und die Tragik des Scheiterns. Sie ist ein Spiegel ihrer Zeit: der gesellschaftlichen Hierarchien, der Innovationen in Technik und Verkehr, der Kunst und Mode der frühen 1910-er Jahre.
Die Ausstellung beleuchtet auch kritische Perspektiven, wie die globale Ungleichheit jener Zeit, etwa die Rolle afrikanischer Kolonien in der Wirtschaftswelt. Durch die Geschichten ihrer Passagiere und der Crew wird das Drama greifbar – vom Millionär über die Auswandererfamilie bis zum Heizer. Mit Originalexponaten, modernster Technologie und interaktiven Formaten wird die Titanic zum Fenster in eine komplexe, faszinierende und oft widersprüchliche Zeit.
2025-11-23 – Lavis / Rotaliana-Königsberg
(46.140482, 11.106574)
Bei strahlender Sonne und eisiger Kälte (-8°) bin ich heute von Rosenheim losgefahren. Wetterbedingt wollte ich die Strecke diesmal über die mautpflichtige Autobahn durch Österreich nehmen und nicht die Alte Brennerstraße fahren.
Zunächst ging es nach Kufstein zum nachtanken bei Thrainer (47.648885, 12.197319), weil der Diesel dort sehr billig ist. Hier habe ich mir eine online Vignette plus Streckenmaut am Automaten geholt für 12 €. Die Autobahn war frei. Nur an der Luegbrücke war sie einspurig, aber es gab keine sonstigen Einschränkungen.
Kurz hinter Innsbruck war die erste Mautkontrolle und mit meinem Ticket fuhr ich in der rechten Spur. Auf einer großen Tafel wurde mein Kennzeichen und „gültig“ angezeigt und ich konnte durchfahren. Eine wunderbare Sache, die ich sicherlich nicht das letzte Mal gemacht habe.
Mein Ziel war zunächst Bozen, aber weil es noch relativ früh war, bin ich auf der Autobahn geblieben und fuhr noch ein Stück weiter. Die italienische Mautgebühr betrug bis zu meiner Ausfahrt dann 8,10 €. Bei den ersten beiden angefahrenen Plätzen gab es kein Netz, so dass ich jetzt hier in Lavis an einem Bahnhofsvorplatz stehe mit mehreren italienischen Wohnmobilen und hoffe, dass ich gut schlafen kann.
Gefahren: 280 km
2025-11-24 – Classe b. Ravenna
(44.378101, 12.235)
Ich habe gut geschlafen und bekam gestern Abend noch Besuch von Dorette. Sie war auf dem Rückweg von Sizilien und hat gesehen, wo ich stehe.
Oh Schreck, oh Graus, über Nacht hat es angefangen zu schneien. Ich bin dann im leichten Schneegestöber losgefahren und nach ca. 40 km ging es in Regen über. Die ganze Fahrt über musste ich meinen Scheibenwischer in Bewegung halten. Angekommen bin ich zwar ohne Regen, aber feuchte Atmosphäre. Aufgefallen ist mir, dass manche Autobahnabschnitte ausgebessert wurden.
Heute Morgen war es trocken und im Laufe des Tages auch sonnig. Ich bin noch einen Tag stehen geblieben und habe mich wieder mit Computerarbeit beschäftigt.
Gefahren: 293 km
2025-11-26 – Acquasparta
(42.69139, 12.541356)
Nachdem es gestern bei meiner Ankunft schon dämmrig war, habe ich heute Morgen erst die Bilder vom Stellplatz gemacht.
Die Strecke, die ich in diesem Jahr über die Autobahn fahre, ist für mich neu, aber ich muss sagen, sie ist sehr angenehm zu fahren.
Möglicherweise werde ich insgesamt ca 100 km mehr fahren als nötig, aber dafür zügiger und nicht ganz so holprig. Gestern konnte ich das erste Mal meine Heizung aus machen.
Gefahren: 257 km
2025-11-27 – Bojano
(41.487915, 14.481367)
Heute war meine Route geprägt von Tunneln und Brücken, die über tiefe Täler führten. Bis jetzt gefällt mir diese Strecke wirklich gut.
Die teilweise autobahnähnliche Staatsstraße ließ sich wunderbar fahren, auch wenn sie durch wenige Orte führte. Der Blick auf gigantische Felsen und kleine Bergdörfer, die wie ein Kinderspielzeug aufgebaut waren, rundeten die angenehme Fahrt ab.
Auf der gesamten Strecke gibt es viele Sehenswürdigkeiten, aber ich wollte zügig durchfahren.
Gefahren: 276 km
2025-11-28 – Brindisi
(40.643677, 17.961452)
In der Nacht fing es schon an zu regnen und sollte wohl den ganzen Tag nicht aufhören.
Nur zwischendurch kam mal ein kurzer Sonnenschein und trockene Straßen.
Unterwegs musste ich noch einmal nachtanken und habe auch direkt LPG tanken können. Jetzt stehe ich am Terminal und warte darauf, dass um 18:30 Uhr der Ticketverkauf öffnet. In der Zwischenzeit mache ich mir etwas zu essen und trinke ein Bier. Hier sind die Temperaturen jetzt aber merklich wärmer.
Mein Ticket für die Überfahrt kostet 188 €.
Gefahren: 364 km
2025-11-29 – Preveza
(38.962514, 20.756142)
Die Fähre fuhr in Brindisi pünktlich um 23:00 Uhr ab. Auch wenn es offiziell nicht erlaubt ist, bin ich im Wohnmobil geblieben, habe alle Fenstervorhänge geschlossen und mich ins Bett gelegt.
Am Anfang wurde es etwas unruhiger, aber ich habe gut geschlafen.
In Igoumenitsa angekommen, regnet es noch immer. So langsam machen sich depressive Gedanken bemerkbar. Wetterbedingt bin ich diesmal nicht an die Drepano-Beach in Igoumenitsa gefahren. Ich bin an der Küste entlang Richtung Süden, habe das erste Bergdorf kennen gelernt und taste mich langsam vor, bis ich das Gefühl habe, einen geeigneten festen Platz zu haben.
Nach über 100 km stehe ich jetzt in Preveza auf Betonfläche am Hafen. Ein Platz, den ich bereits vom letzten Jahr kannte.
Am nächsten Tag scheint mal die Sonne und ich hoffe, es bleibt trocken. Am Nachmittag habe ich einen kleinen Spaziergang im Hafen gemacht und ein paar Impressionen im Foto festgehalten.
Gefahren: 112 km
2025-12-01 – Arta
(39.167768, 20.9863)
Bei strahlender Sonne lässt sich der Tag doch wieder ganz anders angehen.
Ich stehe auf einem großen Parkplatz mit Bäumen und Grün umgeben, ca. 3 km entfernt vom Stadtzentrum.
Bei Überfahrt über den Fluss konnte man noch die alte Brücke sehen. Eine schöne alte Steinbrücke aus dem 17. Jahrhundert, die sehr gut erhalten bzw. restauriert wurde.
Der nächste Tag war wieder bewölkt, aber es blieb trocken. Für mich war heute ausgiebige Arbeit am Computer angesagt. Morgen geht es ein Stück weiter. Ich denke, die Stadt Arta ist nochmal eine Reise wert.
Die Burg von Arta ist eine mittelalterliche Festung in der Stadt Arta. Sie liegt am nordöstlichen Stadtrand, in einer Schleife des Flusses Arachthos. Reste antiker Quadersteine an der Ostmauer der Burg belegen, dass sie an der Stelle der Unterstadt des antiken Ambracia errichtet wurde, die seit der Gründung des nahegelegenen Nikopolis im Jahr 31 v. Chr. verlassen war.
Die Burg war die Zitadelle der Stadt und wird den Herrschern des Despotats Epirus zu Beginn des 13. Jh. zugeschrieben, dessen Hauptstadt Arta war. Ihre heutige Form stammt jedoch größtenteils aus osmanischer Zeit.
Gefahren: 51 km
2025-12-03 – Messologhiou
(38.363978, 21.431073)
In der Nacht hat es etwas geregnet, und auch während meiner Fahrt musste ich immer wieder die Scheibenwischer betätigen.
Zwischendurch wollte mal die Sonne kommen, aber es blieb bewölkt.
In Mesolonghi steh ich jetzt auch nicht auf dem Schotterplatz, weil mir dort zu viele Pfützen sind. Ich stehe auf einem betonierten Eckchen.
Unterwegs konnte man noch leichte Spuren von den Überschwemmungen erkennen. Ich blieb einen zweiten Tag stehen, um weitere Arbeiten am Computer zu erledigen. Auch bei Regen macht es keinen wirklichen Spaß zu fahren. Da bei Regen die Solarpanelen natürlich nicht soviel Energie in die Batterien laden, macht es schon Sinn, nach 2-3 Tagen wieder zu fahren, vor allen Dingen, wenn man weiter fernsehen will und am Rechner arbeitet.
Gefahren: 119 km
2025-12-05 – Nafpaktos
(38.388, 21.8431)
Trotz Regen und diesigem Ausblick ließ sich die Strecke gut fahren.
Vor zwei Jahren war hier auf dem Platz ein Zirkus, da konnte man nur auf dem unebenen Wiesen-/Schottergelände stehen.
Jetzt ist der betonierte Platz frei. Im Hintergrund ist ein Gewitter zu hören. Nachrichten von überschwemmten Straßen und abgebrochenen Felsen aus dem Süden Peloponnes veranlassen mich, jetzt hier in der Region noch eine Weile zu bleiben.
Der nächste Tag hinterließ bei mir den Eindruck, die Regenperiode könnte vorbei sein.
Der Himmel ist zwar immer noch bewölkt, vereinzelt kommen auch Regentropfen, aber insgesamt sieht es hell und sonnig aus.
Das hat nicht lange gehalten, gegen Mittag kam nochmal ein Regenschauer, jetzt ist es wieder freundlich, und die Luft ist fantastisch. Es war wirklich nur ein kurzer Moment, wo ich ein paar Schritte laufen und den Blick auf die Brücke in Patras wahrnehmen konnte. Danach fing es wieder an zu regnen.
Gefahren: 56 km
2025-12-07 – Chrisso/Delphi
(38.478553, 22.47492)
Heute Morgen bin ich bei strahlender Sonne weitergefahren und habe mich dazu entschlossen, den Golf von Korinth zu umfahren. Ich hab mir für heute auf der Strecke mal einen Campingplatz rausgesucht. Die Küstenstraße 48 = (E65) bis hierher ließ sich wunderbar fahren, teilweise war die Straßendecke neu geteert.
Es ging vorbei an kleinen, idyllischen Orten, wo es immer wieder mal eine Möglichkeit gibt, mit dem Wohnmobil zu übernachten, links die gigantischen roten Felsen und rechts immer wieder einen veränderten Blick auf die Buchten am Wasser.
Vom Campingplatz hat man einen fantastischen Ausblick über das gesamte Tal. Auf einen möglichen tollen Sonnenuntergang muss ich wohl heute verzichten, denn die Sonne hat sich wieder etwas verzogen. Der Campingplatz ist nicht besonders groß, und ich hatte auch einige Probleme wegen zu vieler Bäume. Aber jetzt stehe ich ideal und bekomme sogar Sat-Empfang. Noch ein Wohnmobil aus Freising mit Hänger steht hier.
Die Kosten des Campingplatzes „Delphi“ belaufen sich auf 15 € bei Barzahlung, bei Zahlung mit Kreditkarte 18 €.
Von hier lassen sich Ausflüge machen nach Delphi. Delphi war in der Antike eine der bedeutendsten Städte Griechenlands. Im berühmten Orakel von Delphi sagte die Pythia - eine Priesterin - den Herrschern der griechischen Welt die Zukunft voraus.
Zu den bemerkenswerten Orten gehören Orakel von Delphi und Archäologisches Museum Delphi.
Das Orakel von Delphi war eine Weissagungsstätte des antiken Griechenlands.
Arachova ist ein Ort in Mittelgriechenland, am südlichen Fuß des Parnassos-Massivs, und einer der größten Skiorte Griechenlands am Rand des Parnass-Gebirges.
Gefahren: 101 km
2025-12-09 – Nea Peramos
(38.000609, 23.420473)
Kurz davor habe ich nochmal einen Rückblick auf den Ort Arachova gemacht, weil er mir so gut gefallen hat. Es ist ein lebendiger Ort voller Leben. Leider habe ich zu spät überlegt, ob ich dort stehen bleiben könnte. Arachova ist eine kleine Stadt, die wegen ihrer Nähe zur weltberühmten historischen Stätte Delphi beliebt ist. Sie wurde an einem Hang des Berges Parnassos erbaut und bietet steile Straßen und Panoramablicke.
Danach bin ich durch einen Ort (Livadia) gekommen mit sehr engen Gassen zu einem Platz, der nur schräg war, voll mit PKWs stand, und nur Bäume ringsherum hatte. Ich war froh, aus dem Ort wieder heil rausgekommen zu sein.
Danach suchte ich mir ein Ziel aus, was ich schon kannte. Allerdings hätte Google-Maps mich die letzten 15 km durchaus über eine andere Strecke navigieren können. Ich denke, ich bin durch das Gebiet gekommen, wo vor ein paar Tagen noch Überschwemmungen waren. Die Straße, falls man es als Straße bezeichnen kann, war zwar befahrbar, aber es lagen überall abgeknickte Bäume und abgestürzte Felsbrocken am Rand und sogar die Straße war teilweise abgebrochen. Es war jedenfalls eine abenteuerliche Fahrt.
38.459701, 22.766573 - 40 km (Am Denkmal)
38.4329, 22.8747 - 12 km weiter Livadia (Platz nicht geeignet)
Gefahren: insgesamt 158 km
2025-12-10 – Isthmia
(37.914695, 23.008507)
Eigentlich wäre ich in Neos Peramos gerne länger stehen geblieben. Die Stadt ist sehr nett und voller Leben. Die Nacht am Hafen war sehr unruhig und ich habe mich nicht wirklich wohl gefühlt. Also fuhr ich am nächsten Tag weiter und steuerte direkt Korinth bzw. Isthmia an, ein Platz, den ich kenne. Für heute hatte ich noch Essensreste im Kühlschrank, die weg mussten.
Am nächsten Tag wollte ich in die Taverne „Sea and Sun“ zum Essen gehen, aber die Küche war noch geschlossen. Ich habe ein Bier getrunken und gefragt, ob Heiligabend geöffnet ist. Ja, sie haben Heiligabend geöffnet. Leider darf in der Taverne auch geraucht werden, so dass es deshalb nicht möglich ist, sich dort mit Ben und Irmi zu verabreden.
Gefahren: 43 km