2026-02-04 – Nafplio
(37.569481, 22.801656)
Fast überall merkt man jetzt, der Frühling naht, Mandelbäume blühen, Stechginster schlägt aus. Die Fahrt nach hier verlief unspektakulär. Die beiden großen Schiffe aus den Vereinigten Arabischen Emiraten liegen immer noch hier vor Anker. Sie „parken“ seit Anfang Dezember im Hafen.
Es gab bei mir heute Resteessen. Aus den verbliebenen Pellkartoffeln machte ich einen gemischten Salat ohne Mayonnaise und welch Wunder, er war so lecker. Normal bin ich es als Rheinländerin nur gewohnt, Kartoffelsalat mit Mayonnaise zu essen.
Gefahren: 79 km
Hier bleibe ich sicherlich 4-5 Tage und es wird in dieser Zeit garantiert nichts Besonderes passieren.
2026-02-05 – 2026-02-12 Nafplio
Hier in Nafplio ist es so schön, dass ich mich für einen längeren Aufenthalt entschlossen habe.
Dadurch ist auch meine Homepage ins Stocken geraten. Es passiert nicht viel, wir gehen ab und zu essen, wir laufen durch die Altstadt, wir genießen die abendlichen Rundgänge, meine Arbeiten am Computer sind immer aktuell und die Handarbeiten gehen weiter, zumal ich mein zweites Dreieckstuch fertiggestellt habe und etwas Neues angefangen habe.
Einen neuen Waschsalon habe ich entdeckt, der nicht weit weg vom Hafen ist und prima fußläufig zu erreichen ist.
Es kommen zwischendurch immer mal die einen oder anderen Sterne oder Bekannten zu uns. Man könnte fast sagen, das Restaurant „Kellari“ hat sich zu unserem „Stammlokal“ entwickelt.
Hier gibt es einen Kellner, der deutsch spricht und sehr lustig ist.
2026-02-13 – Nea Tiryntha
Eigentlich wollte ich mich für einen Tag woanders hinstellen.
Zunächst fuhr ich zum „Jumbo“ nach Dalamanara (37.616899, 22.769616) in der Nähe von Nafplio.
Danach wollte ich mir die Kapelle in Nea Tiryntha (37.598713, 22.81573) ansehen, wußte aber nicht, was mich erwartet. Es war eine schmale Einfahrt über 30 m und eine ca. 2,5 km lange abenteuerliche steile Auffahrt über Serpentinen. Der Untergrund bestand aus geriffeltem Beton, also auf jeden Fall rutschfest. Oben angekommen entschädigte der Rundumblick die riskante Auffahrt. Der Platz war groß genug zum Stehenbleiben und auch zum Wenden.
Leider hatte ich durch die Kapelle keinen SAT-Empfang, so dass ich mich entschloss, wieder in den Hafen von Nafplio zu fahren, denn heute Abend möchte ich nicht die Sendung im ZDF „Mainz bleibt Mainz, wie es singt und lacht“ verpassen.
Gefahren: 8 km
2026-02-13 – 2026-02-23 – Nafplio
Zwischendurch kam auch Gabi mit Freunden zu uns. Ab und zu hat es in den Nächten geregnet, tagsüber war strahlende Sonne und für mich schon eine gefühlte Temperatur von 30°.
Die Griechen feiern über zwei Wochen lang Karneval und der Höhepunkt ist der sogenannte „Rosenmontag“. In Griechenland ist dieser Tag ein gesetzlicher Feiertag und nennt sich Kathara Deftera, übersetzt der „Reine Montag“.
Er markiert offiziell das Ende der Karnevalszeit (Apokries) und den Beginn der 40-tägigen Fastenzeit bis zum orthodoxen Osterfest.
Der Name bezieht sich auf die spirituelle und körperliche Reinigung, mit der sich die Gläubigen auf Ostern vorbereiten. An diesem Tag essen die Griechen kein Fleisch, keine Eier, keine Milchprodukte, überwiegend Fisch und Gemüse.
Familien lassen Drachen steigen, picknicken im Freien, und das Besondere, nur an diesem Tag gibt es das spezielle Fladenbrot Lagana, das aus Sauerteil hergestellt wird mit viel Sesam und knusprig ist.
2026-02-24 – Bouka Beach/Messini
(37.01463, 21.998064)
Irgendwie fiel es mir heute Morgen schwer, Nafplio zu verlassen. Aber ich hatte auch Christoph und Laseh versprochen, mal vorbeizukommen. Also fuhr ich zielstrebig nach Messini.
Meine Route führte mich durch eine kurvenreiche Berg- und Talfahrt. Ich war mutterseelenallein unterwegs.
An der Bouka Beach angekommen war ich überrascht, dass hier so gut wie kein Wohnmobil steht. Christoph erzählte, dass viele vor Karneval von der Polizei weggeschickt wurden. Noch am selben Nachmittag trafen Ilka und Josh ein.
Wir blieben ein paar Tage zusammen, haben gemeinsam gegrillt und von einem vorbeifahrenden Händler habe ich zwei Flaschen Wein und Orangenhonig gekauft, den ich sofort probiert habe und begeistert war.
Am 28. Februar erhielt ich die Nachricht, dass eine liebenswürdige Freundin aus dem Forum verstorben ist. Sie hatte sich kurz zuvor noch ein neues Wohnmobil gekauft. Leider litt sie schon seit Jahren an Lungen-, Herz- und Knochenschwäche.
Gefahren: 147 km
Am 1. März habe ich mit Christoph, Laseh und Stefan ein Fischrestaurant in Kalamata besucht.
Wir sind zum Mittagessen dort gewesen und ich stellte fest, auf dem Parkplatz am Sportgelände habe ich schonmal gestanden. Da wusste ich allerdings noch nicht, dass um die Ecke ein so tolles Fischlokal existiert und mir der Platz seinerzeit nicht gefallen hat.
37.027804, 22.090436 - Fisch-Restaurant
37.026222, 22.092363 - PP Sportgelände
Das Essen war vorzüglich. Preis-Leistung stimmt absolut, ich werde sicher wiederkommen und dann auch auf dem Parkplatz übernachten. Da ich Laseh bei mir im Wohnmobil mitgenommen habe, bin ich wieder mit zurückgefahren und bleibe jetzt nochmal eine Nacht hier an der Bouka Beach. Auf dem Rückweg sind wir an einer bp-Tankstelle (auch LPG) vorbeigefahren, die ein exklusives Café haben mit vielen verführerischen Süßigkeiten und einem guten Espresso.
37.035838, 22.08737 - bp-Tankstelle mit Café (und LPG)
2026-03-02 – 2026-03-07 Nafplio
Wieder blieb ich ein paar Tage in Nafplio stehen, habe bestellte Medikamente für Angelika besorgt und mir für meine Füße eine preiswerte Lotion gegen Nagelpilz bekommen.
Beim Schlendern durch die Altstadtgassen entdeckte ich einen kleinen Kräuterladen. Dieser hatte tatsächlich „Rakomelo“, allerdings nur in kleinen Flaschen. Im AB-Supermarkt gibt es keinen Rakomelo. Dafür habe ich mir mal wieder zwei Scheiben frischen Saganaki-Käse mitgenommen.
Rakomelo ist ein traditioneller Likör von Kreta, der mit Tsikoudia (Tresterbrand) und reinem Thymianhonig hergestellt wird. Sorgfaltig ausgesuchte Kräuter und Gewürze wie Zimt und Nelke verleihen ihm seinen unverwechselbaren und komplexen Charakter!
Es gibt ihn vermutlich nur in Cavas, die neben Wein auch Spirituosen anbieten.
Am 5. März trafen Werner, Helmut und Lisa, Hilde und Uli, Irmi und Ben wieder in Nafplio ein. Nach einem gemeinsamen Essen sind wir noch in eine Weinbar gegangen, um Beate zu treffen, die mit einer anderen Community verabredet war.
Es hat nicht viel gefehlt und wir wären allesamt versackt. Die Cocktails waren eine wirklich gute Mischung.
Zuerst gab es einen Rakomelo, dann einen „Roten Teufel“ und zum Schluss „Holiday“.
„Rakos“ 4 € Tsipouro, Honig, Orangenschalen, Kastaniensirup, Zimt und Nelkenholz
„Holiday“ 9 € Wodka oder Gin, Ingwerbier, Granberrysaft, Limette
„Roter Teufel“ 9 € Cognac, Erdbeerpüree, Zimtsirup, Limette
Am 6. März sind Hilde und Uli, Lisa und Helmut, Irmi und Ben, Werner und ich nochmal gemeinsam essen gegangen.
Wir haben ein neues Restaurant ausprobiert und waren sehr zufrieden (Vyzantio 37.566556,22.798277).
Bei dem anschließenden Verdauungsspaziergang wollten wir eigentlich nur irgendwo einen Absacker trinken und haben ein Cava (Spirituosengeschäft) gesehen. Dort habe ich meinen Rakomelo bekommen und noch viel mehr. Wir haben eine sogenannte Tsipouro-Probe gemacht. Ich habe mich für einen im Barriquefass gereiften Tsipouro entschieden und ihn mitgenommen.
Von Beate erfuhren wir, dass am nächsten Tag im „Kellari“ ein Musikabend stattfindet, den wir natürlich besucht haben. Es gab griechische Gitarrenmusik als angenehme Untermalung beim Essen im Zelt.
2026-03-08 – Akrokorinth
(37.89844, 22.8954)
Die Fahrt zum Camperstop „Fanaria“ war nicht weit, sie verlief bei strahlendem Sonnenschein sehr ruhig.
Auch hier ist der Dieselpreis in die Höhe gegangen.
Im Camperstop angekommen, waren einige schon vor Ort und genießen die Sonne. Beim gemeinsamen Abendessen tauschten wir Reise-Erfahrungen aus. Es war ein gemütliches Beisammensein.
Der 9. März begann um 11 Uhr mit Sekt und Knabbereien. Am Nachmittag waren wir alle zum Geburtstagsessen verabredet. Bis dahin machten einige Siesta oder relaxten einfach nur so.
Es gab bei Sofie diverse Vorspeisen, die ich leider nicht fotografiert habe. Danach hatte sie Schweinebraten mit Kartoffeln aus dem Backofen gemacht, den alle genommen hatten, obwohl sie auch etwas anderes hätten essen können.
Ich bedankte mich bei allen Anwesenden für den tollen Tag, den ihr mir beschert habt.
Gefahren: 54 km
2026-03-10 – Korinth
(37.940138, 22.938619)
Bevor ich mich heute von Sofie verabschieden konnte, musste ich noch meinen Boden putzen, weil mir eine Tasse Kaffee umgefallen ist. Ich habe sämtliche Teppiche rausgeschmissen, müssen sowieso von Zeit zu Zeit mal gewechselt werden.
Es war schon fast Mittag und ich ließ mich mit einem Omelett und Kaffee von Sofie verwöhnen. Gestärkt fuhr ich dann zunächst zum Jumbo (37.930645, 22.963106) in Korinth, um neue Fußmatten zu kaufen. Danach blieb ich für eine Nacht nochmal am Hafen stehen.
Gefahren: 16 km
2026-03-11 – Thalassa/Xylokastro OT Diminio
(38.036787, 22.719412)
Ab heute führt mich mein Weg langsam, aber doch zügig in Richtung Igoumenitsa. Ich fuhr zum Einkaufszentrum „Mare West“ in der Hoffnung, dass der Lidl dort angesiedelt ist. Aber er liegt ca. 5 km weiter.
Ich denke, ich habe jetzt hier auch die letzten Einkäufe gemacht für die nächsten zehn Tage.
Dann kam die Einkaufswelle über mich. Ich hab‘ mich bis jetzt immer dagegen gewehrt, einen Air Fryer zu kaufen. Es gab ihn jetzt bei Lidl für 29,90 € und mit nur 1000 W Leistung.
Mal sehen, ob und wie lange ich ihn benutzen werde. Ansonsten kann sich jemand darauf freuen, wenn ich ihn verschenke.
Das letzte Foto ist ein frisches Baguette mit Fischrogen-Salat als Belag, sehr lecker!
Gefahren: 20 km
2026-03-12 – Messologhiou
(38.32594, 21.420887)
Diesmal hab‘ ich es geschafft, das Salzmuseum zu besichtigen. Ich bin mit dem Wohnmobil bis kurz vor das Einfahrtstor gefahren und konnte dort auch über Nacht stehen bleiben. Zu Fuß bis zum Gebäude sind es noch 300 m.
Es war ein sehr interessanter Besuch mit vielen Informationen. Verschiedene Salze standen in kleinen Schälchen zum Probieren. Obwohl ich sonst überhaupt kein Salzfreund bin, könnte ich mich zu einem entwickeln. Drei verschiedene Salze habe ich mir mitgenommen, außerdem noch zwei Naturseifen.
Gefahren: 140 km
Das einzige Salzmuseum Griechenlands befindet sich in der Heiligen Stadt Messolongi!
Messolongi ist die Hauptstadt der griechischen Provinz Ätolien-Akarnanien mit etwa 18.000 Einwohnern.
Messolongi gilt seit der Belagerung und des Massakers in 1826 während des griechischen Freiheitskampfes bis heute in ganz Griechenland als Sinnbild für Mut und Widerstand.
Am Palmsonntag wird alljährlich landesweit an die Belagerung erinnert. Wegen des dramatischen Exodus und des Opfers der Belagerten wird sie Heilige Stadt genannt.
Das Salzmuseum in Messolongi ist das einzige thematische Museum Griechenlands, das dem Salz gewidmet ist. Es befindet sich in einer Küstenlage ganz in der Nähe der Ortschaft Tourlida und ist etwa 5,5 km von der Stadt Messolongi entfernt. Das Gebäude liegt genau neben den angrenzenden Salinen von Tourlida. Es ist in einem Gebäude untergebracht, das 1946 erbaut wurde.
Erzählt werden die Geschichte der Weißen Salinen, der Salinen von Tourlida und der Schwarzen Salinen in Messolongi.
Im Außenbereich des Museums kann man den Anbau und den Herstellungsprozess von Salz beobachten, alte Maschinen zur Salzgewinnung besichtigen und den Zauber der Lagune und das Leben vieler seltener Vögel genießen, die das einzigartige Feuchtgebiet der Lagune von Messolongi bewohnen.
Außerdem ist das Museum ein echter kultureller Ort, an dem man auch vom Salz inspirierte Kunstwerke bewundern kann, die die Schönheit und Bedeutung des Salzes hervorheben.
Salz wird auch als „weißer Schatz“ bezeichnet. Es war ein unverzichtbarer Bestandteil für die Entwicklung der menschlichen Zivilisation, versteckt in Tausenden von Produkten, wunderbar in seinen verschiedenen Farben, eine Quelle der Inspiration für Künstler, aber auch ein Hebel für Macht und wirtschaftlichen Einfluss.
Das Sprichwort „Ich teile Brot und Salz“, das von vielen Völkern verwendet wird, bekundet die unzerstörbaren Freundschaftsbande. Das Teilen von Brot und Salz ist eigentlich ein alter Brauch, der im Nahen Osten und in vielen Teilen Europas verbreitet ist. Das gemeinsame Essen symbolisiert die Begrüßung beider Seiten und drückt Dankbarkeit, Freundschaft und Vertrauen aus.
„Das Brot, es gehe niemals aus und Salz, das würze jeden Schmaus, solange ihr hier weilt und euer Brot mit guten Freunden teilt. Solange ihr habt Salz und Brot bleibt fern von euch alle Not.“ – Friedrich Rückert.
Arten von Salz
Anfangs gewannen die Menschen Salz aus dem Meer, in Salinen, durch Verdunstung des Wassers. In Frankreich und Deutschland wurden bei Ausgrabungen alte Geräte gefunden, mit denen Salz gewonnen wurde. Auch Steinsalz (festes Salz) war bekannt. Bedeutende Salzminen gab es in Libyen, Arabien, Spanien und Böhmen.
Heute sind folgende Salzarten auf dem Weltmarkt erhältlich:
• Speisesalz
Speisesalz ist weit verbreitet. Es entsteht durch die Aufbereitung von natürlichem Salz zur Entfernung von Verunreinigungen.
• Jodsalz
Es handelt sich um eine Unterkategorie des Speisesalzes, mit dem Unterschied, dass Jod (5 mg/kg) zugesetzt wurde. Normalerweise enthält Meersalz Jod, jedoch verdunstet das Jod, solange das Salz in
den Salinen verbleibt. Aufgrund zahlreicher Fälle von Kropfbildung und Schilddrüsenproblemen ist die Anreicherung von Salz mit Jod in den meisten Ländern weit verbreitet. Es enthält auch eine geringe
Menge Zucker, der die Oxidation des Jods verhindert.
• Mineralsalz
Es ist das weltweit am häufigsten konsumierte Salz (70 %). Es ist fest und kristallin und hat einen salzigen Geschmack. Es wird hauptsächlich in Bergen
(Alpen, Himalaya) abgebaut, die einst Meere waren, und nach der Gewinnung keiner weiteren Verarbeitung unterzogen.
• Himalaya-Salz
Eines der beliebtesten Salze mit einer zartrosa Farbe. Seine Farbe verdankt es seinem Eisengehalt. Es ist reich an Mineralien und Spurenelementen wie
Magnesium, Kalium, Kupfer und Eisen, enthält jedoch kein Jod.
• Meersalz
Es handelt sich um natürliche Salzkristalle, die entweder auf natürliche Weise aus Salinen gewonnen werden, nachdem das Meerwasser durch natürliche
Phänomene (Sonne, Wind) verdunstet ist, oder künstlich gewonnen werden. Es ist das am häufigsten konsumiertes Salz in Griechenland und wird in zwei Arten unterschieden: Naturbelassenes Salz (fein,
grob, Kristalle) und Salzblüten.
• Salzblüten
Eine Unterkategorie des Meersalzes, das hauptsächlich in einer Region Frankreichs, Guerande, gewonnen wird. Es ist besonders teuer, wird von Hand von der
Wasseroberfläche gesammelt und nicht weiterverarbeitet. Es ist reich an Spurenelementen und besteht aus Natriumchloridkristallen sowie Spurenelementen wie Fluor, Kalium, Kalzium und
Kalium.
• Rotes Salz aus Hawaii
Meersalz, das aufgrund der in vulkanischer Tonerde enthaltenen Eisenoxide eine charakteristische terracottafarbene Färbung aufweist. Es hat ein intensives
Aroma und einen intensiven Geschmack.
• Schwarzes Salz aus Hawaii
Meersalz, das Aktivkohle enthält, daher seine dunkle Farbe. Es wird wie das rote Salz auf natürliche Weise gewonnen und ist reich an
Spurenelementen.
Das war jetzt selbst für mich sehr interessant zu lesen, weshalb ich euch die Informationen nicht vorenthalten wollte.
2026-03-13 – Igoumenitsa
(39.487301, 20.259391)
Die weitere Fahrt verlief einwandfrei und ohne Probleme. Es fällt mir sehr schwer, jetzt Griechenland zu verlassen, aber in Deutschland warten weitere Aufgaben auf mich.
Ich war noch bei Lidl ein paar Kleinigkeiten einkaufen, wollte auch Gas tanken, fand aber in Igoumenitsa keine LPG-Tankstelle mehr. Da hatte ich mich wohl gedanklich vertan.
Am Terminal konnte ich schon einchecken und nach der Kontrolle im Hafengelände stehen bleiben. Schon vor 23:00 Uhr durften die ersten LKWs einfahren, obwohl noch nicht alle LKWs von der Fähre ausgefahren waren. Um 1:00 Uhr sollte die Fähre fahren.
Ich hatte also ausreichend Zeit, mir noch etwas zu essen zu machen. Mindestens vier große Shuttle Busse brachten Jugendliche an Bord. Das war für mich erst recht der Grund, wieder in meinem eigenen Bett zu schlafen. Das Ticket kostete mich 164,12, € mit einem Rabatt. Ich wusste aber nicht welchen.
Gefahren: 241 km
2026-03-14 – Gambatesa
(41.510219, 14.911528)
Die Fähre fuhr pünktlich ab, ich habe gut geschlafen. Bin jetzt frisch und munter und kann eine größere Strecke zurücklegen.
Alle guten Wünsche für meine Fahrt haben wohl nicht gereicht. Nach ca. 160 km hatte ich eine Reifenpanne auf der SS 16 und Glück dabei, dass 20 m weiter eine Parknische war. Mein rechter Hinterreifen war total zerfetzt und ich konnte nur langsam auf der Felge in die Parknische rollen lassen.
Die online-Mitteilung über die ADAC App funktionierte einwandfrei und die Mitteilung des Mechanikers über SMS klappte ebenfalls.
Er war pünktlich und ich konnte nach knapp 1 Stunde weiterfahren und war in diesem Fall froh, einen Ersatzreifen gehabt zu haben.
Ohne festes Ziel fuhr ich erstmal meine geplante Strecke ab, bis ich unterwegs ein Hinweisschild zu einem Area Camper sah. Ich wendete und fuhr der Beschilderung nach und landete auf dem Berg in einem sehr idyllischen Ort. Zuerst ging es ca. 6 km in Serpentinen ziemlich hoch und zum Platz war das letzte Stück sehr steil abwärts. Um wieder wegzukommen, kann man diese sehr steile Abfahrt etwas abmildern, indem man in die andere Richtung fährt.
Der Platz kostet 9 € für 24 Std. und jeden weiteren Tag 3 € dazu. Bezahlt wird nur mit einer Park App.
Ich habe direkt für 2 Tage gebucht und bin sonntags bei meinem Rundgang durch den Ort vier stattlichen Männern beim Frühschoppen begegnet. Da ich die Felge und den zerfledderten restlichen Reifen im Wohnmobil hatte, ihn aber nicht bis nach Hause mitschleppen wollte, weil ich in meiner Bewegungsfreiheit sehr eingeschränkt war, suchte ich nach einer Möglichkeit, ihn entsorgen zu lassen.
Ich zeigte den Männern mit der Übersetzungs-App meinen Wunsch und hatte Glück, dass einer der vier deutsch sprach. Im Laufe des Gesprächs gesellte sich ein weiterer Mann dazu, der im Rathaus arbeitet und mir zusicherte, dass er sich darum kümmert. Ich durfte die Felge also auf dem Stellplatz liegen lassen, und das alles ohne Entgelt. Ich habe mich 1000mal bedankt.
Am Abend testete ich erstmals meinen Air Fryer. Es gab Shrimps und noch zwei Stücke Pizza. Also ich muss sagen, ich bin begeistert von dem Gerät. Eine normale Pizza teile ich in Viertel und so passt sie auf das Gitter im Air Fryer.
Gefahren: 332 km
2026-03-16 – Classe b. Ravenna
(44.378101, 12.235)
In der Nacht hat es geregnet. Am Morgen war es zwischendurch immer mal trocken. Vom Stellplatz in Gambatesa wegzukommen war nicht ganz so schwierig, wie ich es mir vorgestellt habe, obwohl die andere Strecke 25 % Gefälle hat. Bei der Auffahrt sollte man auf jeden Fall der Beschilderung nachfahren.
Erst nach knapp 100 km wurde das Wetter besser, und die Sonne kam zum Vorschein. Es lief auf den teilweise vierspurig ausgebauten Autobahnen sehr gut, so dass ich diese größere Etappe prima zurücklegen konnte.
Der Stellplatz in Classe in der Nähe der Cathedrale gehört auf jeden Fall zu meinem Favoriten. Gut angekommen, mache ich jetzt nicht mehr viel. Die ganze Strecke bestand wieder überwiegend aus Brücken und Tunneln. Durch die vielen Dehnungsfugen auf den Brücken wurde einiges in meinem Wohnmobil vom Haken gerissen, das ordne ich erst am nächsten Tag. Es gab zum Essen „Armer Ritter“, das ging schnell.
Der Platz kostet inzwischen 6 € für 24 Std. Leider funktionierte der Automat nicht, er druckte mir kein Ticket aus. Ich blieb zwei Tage hier stehen, relaxte und arbeitete am Computer. Im Air Fryer probierte ich heute meinen Saganaki-Käse, klappt super und schmeckt gut. Den Abend erlebte ich mit einem feuerroten Himmel.
Gefahren: 558 km
2026-03-18 – Sterzing
(46.891318, 11.437447)
Die größte Strecke verlief heute über meist vierspurige mautfreie Autobahnen. Erst im Trentino wurde es kurvenreich und die Geschwindigkeitsbegrenzungen wechselten ständig.
Am Parkplatz vom EuroSpar in Sterzing angekommen, freute ich mich auf ein gegrilltes Hähnchen. Die Hälfte habe ich geschafft.
Eigentlich wollte ich hier einen zweiten Tag stehen bleiben, aber ich nutze das Wetter aus und fahre morgen weiter über die Alte Brennerstraße.
Gefahren: 414 km
2026-03-19 – Rosenheim
(47.860042, 12.125403)
Damit ich heute bei Ankunft das restliche Hähnchen verarbeiten kann, kaufte ich bei EuroSpar noch frischen Spinat und tiefgekühlte Möhren und Erbsen. Dazu gibt es dann Reis und alles endet in einem Topf = Eintopf.
Es war eine gute Idee, über die Alte Brennerstraße zu fahren. Die Sonne strahlte vom Himmel, alle Straßen waren frei, nur in den Bergspitzen sah man vereinzelt noch etwas Schnee.
In Kufstein beim Thrainer (47.648885, 12.197319) konnte ich für 1,99 € meinen Tank voll machen,
hier ist der Diesel immer etwas günstiger, leider hat er nur Erdgas und kein LPG. Thrainer erreicht man über die A12 mautfrei, bis Kufstein Nord ist die Autobahn mautfrei. Erst danach ist sie mautpflichtig. In Rosenheim habe ich Gas getankt und jetzt ist die Welt in Ordnung.
Gefahren: 174 km
x-x-x-x-x-x-x
Damit endet meine Überwinterung an dem Ort, wo ich sie auch begonnen habe. Die Tage sind gezählt,
und bald breche ich auf, um die nächsten Pläne zu verwirklichen. Ich freue ich mich auf die kommenden Begegnungen. In ein paar Tagen treffe ich bei den verschiedensten Verabredungen immer wieder
Sterne – Menschen, die mein Leben heller machen und meinen Weg begleiten.
Manche dieser Sterne fahren mit mir weiter zum Spargelessen nach Röllfeld, wo wir gemeinsam das Frühlingsgemüse genießen und Geschichten austauschen. Andere ziehen in unterschiedliche Richtungen
weiter. So endet eine Reise, die mich zu besonderen Begegnungen geführt hat – ein wunderschöner Abschluss meiner ÜBERWINTERUNG IN GRIECHENLAND!