Unser Aufenthalt in Tinerhir auf dem CP "Le Soleil" bis zum 03.02.2019

 

2019-02-03 – Tazarine

(N 30°46'40.3“ / W 05°34'06.6“)

Nach dem Essen in Taghrot bei den Musikanten sind wir wieder zurückgefahren, zumal die Brüder von ihm unterwegs waren. Wir blieben dann noch drei Tage in Tinerhir, weil wir uns hier mit Michael und Beate getroffen haben.

 

Nach zwei gemütlichen Abendessen und einem gemeinsamen Abend mit Kaiserschmarrn von Michael frisch zubereitet, mit Beilagen wie Äpfeln, Kirschen und kandierten Früchten sowie das nötige Flüssige haben sich am nächsten Morgen unsere Wege getrennt.

 

Unser Weg führte über Alnif weiter nach Tazarine. Bis kurz vor Alnif blieben wir in einer öden Berglandschaft, es gab keine Ansiedlungen.

 

Erst später gab es wieder Ortschaften, die ihre Felder bewirt-schafteten. In der Luft lag ein gewisser Dunst und wir fragten uns mehrmals, woher das kommen konnte. Die Berge hatten einen moosartigen Belag und vielleicht sondert diese Flechte Feuchtigkeit ab.

 

Unser Übernachtungsplatz war kombiniert mit einem Hotel-Restaurant „Bougafer“, eine ziemlich große Anlage mit Swimming-pool und Gärten. Die Wohnmobile standen abseits auf einem mit einem großen Tor getrennten Schotterplatz.

 

Es gab keine Ver- und Entsorgung und auch die Dusche war nicht zu benutzen, sie war in einem dunklen kleinen Raum ohne Licht. Für die Übernachtung kassierten sie sofort 70 DH und wollten zum Duschen nochmal 20 DH haben. Das nächste Mal passieren wir diesen Ort nur zum Durchfahren.

 

Gefahren: 136 km

 

2019-02-04 – Agdz

(Cafe N 30°41'41.4“ / W 06°27'23.8“)

Am nächsten Morgen machte sich Dieter früh auf den Weg, um sein Internet aufzuladen. Dazu mußte er kurz zurück in den Ort und kam dann zurück. Als er feststellte, dass es nicht funktionierte, fuhren wir anschließend gemeinsam die zwei Kilometer zurück und versuchten mit dem Translater, das Problem zu lösen.

 

Nach einigem Hin und Her war das Problem gelöst. Die alte SIM-Karte hatte ihre Gültigkeit verloren, Dieter musste eine neue kaufen. Kurz bevor wir alles geregelt hatten, kamen durch Zufall Margrit und Hans-Werner vorbei. Margrit half uns noch mit ihrer französischen Sprache die letzten Bedenken auszuräumen.

 

Die Bergwelt blieb uns erhalten mit ihren grauen tristen Felsen.

Erst nach der Abzweigung Richtung Ouarzazate wurden die Felder großzügig bewirtschaftet.

 

Unser Cafe lag zwar an der Hauptstraße, wir standen aber im Hof weit zurück. Hier gab es auch einen großen Swimmingpool, der aber schon über Jahre nicht benutzt war und kein Wasser enthielt.

 

Auch die Duschen sahen nicht einladend aus. Das Restaurant machte einen sehr sympathischen Eindruck, so dass wir unser Abendessen orderten.

 

Gefahren: 102 km

 

2019-02-06 – Barage Taghaddoute

(N 30°37'30.7“ / W 07°18'00.3“)

Die Verbindungsstraße von Agdz nach Tazenakht verlief in der Ebene und war neu geteert. Die Berghügel an beiden Seiten waren grau in grau und teilweise mit Moosflechten bedeckt.

 

Es gab keine Ansiedlungen, nur zwischendurch Ziegen- und Schafherden. Der Ort bleibt einem gerne in Erinnerung, weil er auffallend schöne Straßenlaternen hat.

 

Wir kamen auf den großen gemischten Parkplatz direkt am Polizeigebäude (Tazenakht PP Polizei N 30°34'44.7“ /

W 07°12'14.8“).

 

Grundsätzlich hätte man hier gut stehen können für eine Nacht. Aber lästig waren tatsächlich die neugierigen Kinder. So machten wir einen kurzen Einkaufsbummel, um frisches Obst und Gemüse zu kaufen.

 

Ansehen wollten wir uns einen weiteren ca. 12 km entfernt liegenden Platz direkt am Stausee. Die Straße dorthin war gut zu fahren und so beschlossen wir, hier zu bleiben. Sollten wir wirklich in der Dunkelheit weggeschickt werden, wussten wir, dass wir nur bis zum Polizei-parkplatz zurück fahren brauchten.

 

Wir haben alle ruhig geschlafen und überlegten, einen weiteren Tag hier zu bleiben. Am nächsten Tag machten wir einen langen Spaziergang und immer wieder wurde uns bewußt, dass hier die Atmosphäre von einer „Totenstille“ beherrscht wird. Man hört keinen Muezin, keine fremden Stimmen, kein Straßenverkehr, nur gurrende Enten, quakende Frösche, surrende Hummel und Fliegen.

 

Diesen Platz müssen wir uns merken. Beim nächsten Mal vorher reichlich einkaufen, damit wir es hier länger aushalten können.

 

Gefahren: 98 km

 

2019-02-08 – Taliouine

(CP „Toubkal“ N 30°31'21.6“ / W 07°53'38.4“)

Nach zwei Übernachtungen haben wir uns von dem idyllischen Platz am See verabschiedet. Wir blieben in der Bergwelt, fuhren allerdings auf ebener Strecke.

 

Nur an beiden Seiten zogen sich die Berge in die Höhe. Wir passierten kaum Ortschaften und doch hatte ich das Gefühl, hier ist die Erde gut zu bewirtschaften, denn überall waren Felder und grüne Flächen zu sehen. Wir bewegen uns im fruchtbaren riesigen Tal in der Souss-Ebene.

 

Der Campingplatz lag vor dem Ort und es ist durchaus machbar, bei längerem Aufenthalt von hier mit dem Fahrrad in den Ort zu fahren. Wir waren rechtzeitig da, um das Essen für den Abend im Restaurant zu bestellen.

 

Gefahren: 91 km

 

2019-02-09 – Taroudant

(PP „Palais Salam“ N 30°28'24.0“ / W 08°52'14.7“)

Die Strecke am nächsten Tag brachte keine neuen Erkenntnisse. Die Asphaltstraße war gut zu befahren, es war wenig Betrieb, vielleicht auch, weil wir die P 1706 genommen haben, statt auf der N 10 zu fahren.

 

In Taroudant standen wir an der Mauer des Palais Salam, zahlten 20 DH für eine Übernachtung und wurden freundlich begrüßt von Kutschfahrern und Gewerbetreibenden.

 

Direkt gegenüber liegt der Park „Brahim Roudani“, ein sehr gepflegter Garten mit einem abgeteilten großen Kinderspielplatz.

 

Wir ließen uns von einem Kutscher für eine Rundfahrt überreden und waren froh, diese Strecke nicht laufen zu müssen, denn die Mauer mit einer Länge von 8 km umfaßt die ganze Medina und ist seit dem 18. Jh. unverändert.

Taroudant ist sehr viel älter und war schon immer Mittelpunkt im Tal des Qued Sousse, das zwischen dem Hohen Atlas und dem Antiatlas liegt.

 

Wir besuchten bei dieser Tour eine Gerberei und ich konnte es nicht lassen, ein Ziegenfell mitzunehmen, denn zwei Schaffelle hatte ich bereits. Wir konnten sogar unterwegs aussteigen und Lebensmittel einkaufen.

Hier probiert Sunny das neue Ziegenfell aus!

Am nächsten Tag fand der große Souk statt, den wir eigentlich nicht verpassen wollten. Er liegt weit außerhalb und weil die Kutschen wie Taxen benutzt werden, ließen wir uns wieder mit der Kutsche dorthin bringen und verabredeten einen Zeitpunkt, um wieder von unserem sehr freundlichen Kutscher abgeholt zu werden. Es war jedenfalls sehr viel bequemer als in einem Taxi.

 

Gefahren: 106 km

 

Weitere Bilder findet Ihr in der Fotogalerie!

von der Rundfahrt     -     vom Souk      -      vom Park    

2019-02-11 – Tafraoute

(N 29°42'43.3“ / W 08°59'24.4“)

Für den nächsten Tag hatten wir uns mal eben mit Freunden verabredet. Dafür mussten wir einen Abstecher nochmal nach Tafraoute machen. Wir ließen uns von unseren Navigationsgeräten inspirieren und nahmen eine Strecke, die zwar beschildert aber noch nicht auf der Landkarte zu erkennen war. Später stellten wir fest, dass es wohl drei neue unterschiedliche Asphalt-Strecken gibt.

 

Wir gingen gemeinsam zu „Chez Nadia“ essen und hatten einen gemütlichen Abend zum Klönen. Inzwischen ist auch der Platz in Tafraoute voller geworden und das Flair ist bei weitem nicht mehr so „freundlich“, so dass wir froh waren, nach nur einer Übernachtung wieder zu fahren.

 

Gefahren: 147 km

 

2019-02-12 – Aourir

(CP N 30°29'41.5“ / W 09°37'21.6“)

Unsere Route war heute etwas länger, denn wir wollten bis Aourir fahren. Dazu nahmen wir die Strecke auf der R 105. Sie war kurven-reich, ging wieder in Serpentinen auf eine Höhe von fast 1300 m und hat fantastische Eindrücke hinterlassen.

 

Nach dem Abzweig nach Ida Ougnidif sieht man gleich zwei Speicherburgen. Auf der rechten Seite ist sie fast total verfallen,

auf der linken Seite thront sie auf einem hohen Felskegel.

 

Es handelt sich um den Agadir Tizourgane und bestand ursprüng-lich aus kreisförmig angebauten Wohnhäusern. Heute ist er zu einer Herberge umgewandelt worden und der Aufstieg wurde durch eine Rampe erleichtert.

 

Bis Ait Baha sieht man sehr viele Früchte tragende Arganbäume, Ziegenherden, die darin hochklettern und die bitteren Früchte als Delikatesse abweiden. Außerdem wachsen überall Olivenbäume und Dattelpalmen.

 

Bevor wir zum Campingplatz kommen, haben wir unsere Vorräte an Lebensmitteln bei Marjane in Agadir N 30°23'39.3“ / W 09°34'51.7“ aufgefüllt. Für heute habe ich angeboten, für unsere Gruppe ein Chili-con-Carne zu machen.

 

In Aourir angekommen wurden wir begrüßt von einer ganzen Herde Dromedare, zuerst auf der anderen Straßenseite, danach kamen sie am Campingplatz vorbei. Es war eine Herde von mindestens Hundert Tieren mit einigen kleinen Nachkömmlingen.

 

Gefahren: 177 km

 

Weitere Bilder findet Ihr in der Fotogalerie!

2019-02-16 – Imesouane

(CP N 30°50'46.4“ / W 09°49'18.8“)

In Aourir haben wir vier Tage verweilt, weil wir mehrere Maschinen Wäsche machen wollten. Am letzten Tag gingen wir nochmal zum Abschied essen und ich schlug Dieter vor, doch mal zu den Kaskaden nach Immouzzer zu fahren. Es war eine gigantische Tour durch Schluchten, über Felsplateaus und schmale Gassen (Cascades d'Immouzzer N 30°40'41.7“ / W 09°28'52.2“).

 

Weitere Bilder findet Ihr in der Fotogalerie!

In Immouzzer parkten wir vor den Wasserfällen, wo im Moment kein Wasser kommt, aber ein Berber führte uns über Trampelpfade zu einer Stelle unterhalb des Wasserfalls. Einige Berber leben hier in Hütten und verdienen sich mit Souvenirs und Straßenküchen etwas Geld.

 

Bis hier hatten wir 47 km und bis Tamri war die Route weitere 59 km. Es waren asphaltierte P-Straßen und wenig belebt. In Tamri kamen wir leider hinter dem Ort aus, so dass ich keine Gelegenheit hatte, mir eine Bananenstaude zu kaufen. Unser angesteuerter Stellplatz befand sich an einem gut besuchten und wenig Platz bietenden Restaurant (Tamri Stp. am „Restaurant Imazighen“

N 30°42'30.8“ / W 09°50'11.8“).

 

Auf der anderen Straßenseite wäre zwar noch Platz gewesen, aber er war zu schräg zum Übernachten. Kurz entschlossen fuhren wir noch 33 km weiter bis zum nächsten Campingplatz. Es wurde ziemlich stürmisch und der Sand flog in alle Ritzen, so dass wir uns bei Ankunft nicht mehr in der Gegend umsehen konnten und froh waren, dass wir uns in unsere Gemächer zurück ziehen konnten.

 

Gefahren: 137 km

 

2019-02-17 – Sidi Kaoki Beach

(CP N 31°21'02.4“ / W 09°47'40.9“)

Am nächsten Morgen war es wieder windstill und wir konnten die Umgebung kurz entdecken. Es boten sich viele Wege an zum Wandern durch die Dünen und am Strand entlang. Der Platz war klein und hinterließ einen gemütlichen Eindruck und gut geschlafen haben wir ebenfalls, obwohl wilde Hunde zwischendurch schon lästig waren.

 

Zielstrebig fuhren wir weiter an der Küste entlang zum verabredeten Treffpunkt, wo bereits die anderen aus der Gruppe hingefahren sind. Heute ließ uns Ilka an ihrem Essen mit einem Hack-Gurkentopf und Salzkartoffeln teilnehmen. Sehr lecker!

 

Am nächsten Tag fing es überraschend an zu regnen, während Gaby und Ilka mit dem Bus nach Essaouira fuhren. Diese Gelegenheit muss ich ausnutzen, um endlich mal meine Berichte weiter zu schreiben. Auch in der Nacht fing es wieder an zu regnen und so überlegten wir, noch einen dritten Tag stehen zu bleiben.

 

Gefahren: 92 km

 

2019-02-20 – Oualidia

(N 32°43'55.9“ / W 09°02'34.7“)

Gesagt, getan, wir sind einen dritten Tag stehen geblieben.

 

Danach waren auch die Straßen wieder trocken und die Sonne schien.

 

Wir kamen schnell auf die N1, wollten in Essaouira zum Carrefour, um noch ein paar Flaschen Rotwein aus dem Gebiet von Meknes zu ordern.

 

Nach 25 km erreichten wir außerhalb von Essaouira Carrefour (N 31°29'49.4“ / W 09°45'07.9“).

Wir blieben auf der N1, bogen erst in Sebt-des-Gzoula ab auf die

P 2307, weil wir ab Safi weiter über die Küstenstraße fahren wollten.

 

Leider haben wir uns in Safi irgendwie verfranst, kamen nicht direkt auf die Küstenstraße, sondern fuhren eine Weile über eine asphal-tierte schmale Straße durch Gemüse- und Getreidefelder.

 

Erst beim Cap Beddouza erreichten wir die R301, die an der Küste entlang führt.

Oualidia ist bekannt für seinen guten Fischfang. Wir steuerten den Stellplatz an, weil wir das letzte Mal dort in einem Restaurant einen sehr leckeren Fisch gegessen haben.

 

Jetzt bot sich durch Zufall an, dass ein uns bekannter Einheimischer für uns Fisch grillen will. Das haben wir nicht bereut! Für jeden von uns gab es eine große Meeresche mit Salat und Brot für umgerechnet 10 €. Das war sehr lecker!

 

Gefahren: 247 km

 

2019-02-22 – Dar Bouazza

(CP „L'Oasis“ N 33°30'21.3“ / W 07°50'32.3“)

Von Oualidia aus fuhren wir weiter über die Küstenstraße entlang an vielen Gemüsefeldern. Die Straße hat allerdings in diesem Jahr mehr als genervt.

 

Sie war holprig und wir mussten höllisch auf Schlaglöcher aufpassen. Spaß gemacht hat das nicht! El Jadida haben wir weiträumig umfahren, aber auch die N 1 war auf dem letzten Stück nicht besser.

 

Der Campingplatz ist klein und gemütlich und bietet sich ideal an, wenn man am nächsten Tag einen Stopp in Casablanca machen will.

 

Gefahren: 163 km