Aus Griechenland zurück bin ich für Anfang April mit weiteren Sternen am Lago Maggiore verabredet, um gemeinsam eine Tour durch das Piemont zu machen.

 

Die Region Piemont liegt am Fuß der Alpen und grenzt an Frankreich und die Schweiz. Sie ist bekannt für erlesene Küche und Weine wie zum Beispiel den Barolo.

 

2024-03-25 – Ladochori/Igoumenitsa

(39.488065, 20.259964)

Eigentlich wollte ich noch bei Lidl mein Bier etwas auffüllen.

 

Aber an einen Feiertag habe ich überhaupt nicht gedacht. Es ist nicht nur der „Nationale Unabhängigkeitstag“, sondern auch der „Tag der Verkündung des Herrn“ mit Prozessionen und Fanfaren und Musikkapellen, die unterwegs sind.

Na gut, ein paar Dosen habe ich noch.

 

Jetzt stehe ich deshalb schon etwas früher im Hafen. Hier ist es sehr ruhig. Die Sonne brennt vom Himmel und gegenüber habe ich ein Restaurant, wo ich heute Abend dann das letzte Mal essen gehen werde.

 

Nach dem Essen habe ich mit meinem ausgedruckten Ticket eingecheckt und bekam am Schalter das offizielle Ticket und den Code für meine Kabine.

 

Auf der Fähre stand ich auf Deck 7, zweimal mußte ich eine Rampe nach oben fahren. In der 2-er-Kabine war ich alleine und nutzte direkt die Dusche, bevor ich mich zum Schlafen legte.

 

2024-03-26 – Fasano (Italien)

(40.834513, 17.34368)

Es war eine ruhige Überfahrt. Ich habe sehr gut geschlafen. Obwohl ich mir selbst einen Wecker auf 8:00 Uhr gestellt habe, wurden wir durch einen Lautsprecher um 7:15 Uhr geweckt und gebeten, die Kabinen rechtzeitig zu verlassen und an der Rezeption die restliche Zeit abzuwarten.

 

Die Ankunft in Bindisi hatte sich um eine knappe Stunde verspätet. Hier gilt jetzt wieder die MEZ, genau wie in Deutschland und eine Stunde später wie in Griechenland.

 

Hier ist es trübe und leicht nebelig. Die Straßen lassen sehr zu wünschen übrig. Zunächst habe ich einen anderen Platz angefahren, der aber durch Regen zu matschig und durch das trübe Wetter am Meer auch nicht einladend war. Ich fuhr zu dem Platz, den ich mir als Alternative bereits rausgesucht habe.

 

Es ist ein Parkplatz an einer Zoosafari mit großem Hotel und sehr alten Bäumen und soll 3 € kosten. Es kam aber niemand vorbei und ich fand auch nichts, wo ich hätte bezahlen sollen.

 

Gefahren: 79 km

 

2024-03-27 - Lesina

(41.864493, 15.357687)

Ich habe auf dem Parkpatz am Hotel sehr gut geschlafen. Um zu meinem nächsten Ziel zu kommen, wollte mich meine Navigation vermutlich quer durchs Land führen. Zweimal bin ich bei Abbiegungen an Orten vorbei gekommen, wo direkt an der Zufahrt ein Verbotsschild für die Durchfahrt von Wohnmobilen stand.

 

Also blieb ich auf der Hauptstraße. Ich kam zu einem riesengroßen Einkaufszentrum mit allen Bereichen zum Einkaufen (Parco Commerciale Casamassima 40.970485, 16.925802). Es war ziemlich viel Betrieb, auf den Parkplätzen findet man immer einen Platz, aber zum Übernachten war es mir zu unruhig. Also machte ich nur einen kurzen Bummel durch das Zentrum.

 

Auf meiner weiteren Fahrt kam ich bequem bei Lidl vorbei und füllte meine Vorräte ein wenig auf.

 

In Lesina bin ich durch die Beschilderung zu einem offiziellen Stellplatz gekommen und habe dadurch nicht den kostenlosen Parkplatz angefahren, der direkt daneben liegt. Er kostet 15 € und der „Pförtner“ war sehr freundlich. Der Platz ist angenehm und im Preis ist auch Strom enthalten, den ich allerdings nicht in Anspruch nehme, weil ich ihn nicht brauche. Leider habe ich kein Foto von dem Platz gemacht.

 

Das Wetter läßt immer noch zu wünschen übrig. Es ist bis jetzt nur neblig und trübe und sehr windig.

 

Gefahren: 207 km

 

2024-03-28 – Porto Sant'Elpidio

(43.249598, 13.766686)

Heute wollte ich eine etwas größere Strecke machen. Ich hatte inzwischen Kontakt zur Ingrid aufgenommen, die sich noch in Siena befindet. Wir hatten uns für ein Treffen in Parma verabredet. Die Strecke (SS 16 Strada Statale Adriatica) ließ sich gut fahren, auch wenn es manchmal durch die Ortschaften mit vielen Kreisverkehren ging.

 

Am Ziel angekommen waren alle Parkplätze am Meer mit Höhenbegrenzung gesperrt, nur bei einem war diese Höhenbegrenzung zerstört worden, was mich aber nicht ermutigte, auf den Platz zu fahren, zumal in direkter Nähe der offizielle Stellplatz war.

 

Auch hier waren die Leute alle sehr freundlich, denn es ist ein Platz, wo man nur mit einer bestimmten Karte durch die Schranke kommt. Da auch Italiener vor der sich nicht öffnenden Schranke standen, blieb ich ebenfalls dahinter stehen und wartete ab, was passiert. Sie telefonierten und es kam eine junge Dame mit dem Pkw, die mit ihrer Zentralkarte öffnete und mir später erklärte, wie ich vorzugehen habe, wenn ich wieder rausfahren will. Der Platz kostet 12 € und kann nur am Automaten bar bezahlt werden. Strom wird hier separat bezahlt, es gibt eine Ver- und Entsorgung.

 

Heute strahlt zum ersten Mal die Sonne und es wird direkt schwül. Ich blieb zwei Tage, um mich wieder auf die Computer-Arbeit zu stürzen. Die Ausschreibung für unser Jahrestreffen muss unbedingt vor Ostern ins Forum gestellt werden.

 

Obwohl ich alles richtig gemacht, um wieder rausfahren zu können, gab es dahingehend Schwierigkeiten, daß sich die Schranke zu schnell wieder geschlossen hat. Aber auch hier bekam ich von den italienischen Wohnmobilfahrern (der Platz hatte sich inzwischen richtig gefüllt) eine nette Hilfe. Sie riefen für mich an und es klappte mal wieder mit der Zentralkarte, die mit einem Code in einem kleinen Kästchen aufbewahrt wurde.

 

Gefahren: 242 km

 

2024-03-30 – Classe / Ravenna

(44.378101, 12.235)

Heute war die Fahrt irgendwie anstrengend. Die ständigen Erschütterungen auf der Autobahn durch die Dehnungsfugen machten mich kirre. Wieder ist das Wetter nur trübe, es gibt keinen klaren Himmel, es ist windig und schwül.

 

Ich stehe jetzt auf einem offiziellen Stellplatz für 2,25 €/24 Std. mit Ver- und Entsorgung. Der Platz war sehr gut besucht, und das ist auch der Grund, weshalb ich keine zwei Tage stehen geblieben bin. Trotzdem muss ich mir diesen Ort mal vormerken, denn die Basilca und auch der umliegende Park mit Museen sollen sehr interessant sein.

 

Mein Vorhaben, am nächsten Tag die Basilica zu besuchen, scheiterte daran, daß sie sonntags erst um 13:30 Uhr öffnet und ich wollte mich ja mit Ingrid treffen und hatte noch knapp 200 km bis Parma.

 

Gefahren: 311 km

 

2024-03-31 – Parma

(44.802227, 10.344695)

Die Fahrt hierher verlief ruhig und entspannt. In Parma angekommen, war Ingrid bereits vor Ort.

 

Es ist ein großer Parkplatz mit einer Toreinfahrt direkt am Verteiler, die man schnell übersehen kann.

 

Obwohl für heute Regen angekündigt wurde, blieb es trocken und manchmal kam sogar die Sonne zum Vorschein. Am späten Nachmittag sind wir in den Ortskern gegangen und fanden ein Lokal, wo wir gegessen haben.

 

Gefahren: 189 km

 

2024-04-02 – Ispra

(45.804404, 8.606441)

In Parma fing der Arbeitstag wieder an und der Parkplatz war ziemlich früh gut besetzt.

 

Bei strahlender Sonne sind wir gut weggekommen. Unterwegs merkte man an vielen Stellen, daß es hier im Norden in den letzten Tagen viel geregnet hat und auch Unwetter gegeben haben muss.

 

Wir stehen am Ortsrand auf einem Parkplatz, nicht direkt mit Blick auf den Lago Maggiore, aber nur ein kurzer Weg trennt uns davon. Strahlend blauer Himmel mit wenigen Wolken zeigt uns, das Wetter wird besser und der Frühling kehrt ein.

 

Bei einem Rundgang am Lago Maggiore sind noch immer gewaltige Spuren vom Hochwasser zu sehen. Im nahegelegenen Café tranken wir ein Bier und aßen einen Snack dazu, denn die Küche macht erst um 19:30 Uhr auf, das war uns zu spät.

 

Gefahren: 235 km

 

2024-04-03 – Leggiuno

(45.877061, 8.599841)

Heute bin ich den letzten Tag mit Ingrid zusammen. Sie fährt morgen zu einem Stammtisch nach Süddeutschland und ich zu unserem Piemont-Treffpunkt nach Maccagno.

 

Vorher bin ich nochmal etwas südlich gefahren, um Wasser zu tanken (45.7691, 8.593405), ein sehr angenehmer Platz zum Anfahren und mit Kanistern den Tank zu füllen. Anschließend mußte ich bei Lidl einkaufen.

 

Wir stehen jetzt für einen Tag am Kloster Santa Caterina. Leider regnet es, dafür ist mein Wohnmobil richtig sauber geworden. Vom letzten Standort bis hierher wären es nur 11 km gewesen.

Am Nachmittag klärt sich das Wetter etwas und wir haben das Kloster besichtigt. Es ist wirklich sehenswert.

 

Auf einer steil abfallenden Felswand hoch über dem See liegt das Eremiten- und Wallfahrtskloster von Santa Caterina del Sasso, ein beeindruckendes Monument des Lago Maggiore.

 

Vom Parkplatz kann das Kloster über eine Panoramatreppe mit 268 abwärts führenden Stufen erreicht werden, oder über den Seeweg mit daran anschließenden 80 Stufen nach oben. Es führt auch ein bequemer Aufzug zum Eingang ins Kloster. Der Eintritt kostet für Senioren 3,00 €, mit Aufzug 5,00 €.

 

Der Aufzug im Felsen ist eine moderne und mutige Ingenieursleistung, um von einem der aussichtsreichsten Punkte des Verbano zum Kloster zu gelangen und 51 m Höhenunterschied zu bewältigen.

 

Es wurde ein Schacht von 6 m Durchmesser und 51 m in den Felsen gebohrt, der am Fuße in einen waagrechten Ausgangstunnel von 45 m Länge mündet. Von hier hat man einen wundervollen Ausblick auf den Lago Maggiore. Die Felswand oberhalb des Klosters und die Fundamente der Kirche und des Glockenturms wurden zusätzlich gesichert, da sich aufgrund von Verschiebungen innerhalb des gesamten Felskomplexes das Gebiet Instabilitäten aufwies.

 

Die Kirche besteht aus drei Kapellen, die zu verschiedenen Zeiten unabhängig voneinander errichtet wurden.

 

Die Innen- und Außenmalereien stammen aus verschiedenen Epochen vom 14.-19. Jh. Geschichte und Kunst fügen sich in wundervoller Weise in die Landschaft ein, inform einer Terrasse, die in Richtung des Borromäischen Golfs, der Borromäischen Inseln, und Stresa angelegt ist.

 

Die lebhafte Farbzusammenstellung und die Kraft der Malerei, die auf das 14. Jh. zurückgeht, ist einzigartig in der Provinz Varese und hat mich besonders fasziniert.

 

Es gibt innerhalb des Klosters einen Raum, der sich „Erinnerung“ nennt. Dort werden Fundstücke ausgestellt, die vor zehn Jahren nach dem Bootsunglück vor Lampedusa gefunden wurden. Bei zwei Bootsunglücken im Oktober 2013 starben mehr als 500 Menschen. Es wurden Brillen, Ausweise, Uhren u.v.m. gefunden und hier aufbewahrt.

 

Gefahren: 39 km

 

2024-04-04 – Maccagno

(46.040171, 8.735618)

Bei strahlender Sonne bin ich heute am Ufer des Lago Maggiore entlang zum Ziel gefahren.

 

Unterwegs gab es eine kleine Umleitung über die Berge, weil Bäume und Hecken gefällt und geschnitten wurden. Manche Straßenabschnitte sind eng, und man kann sie nur langsam durchfahren.

 

Gefahren: 31 km